BESUCH DER GEMEINSCHAFTSUNTERKUNFT FÜR SPÄTAUSSIEDLER IN LICH: MODELLPROJEKT IST EINE ERFOLGSGESCHICHTE
Wiesbaden/Lich. Seit März 2025 besteht in Lich eine Gemeinschaftsunterkunft für Spätaussiedler, in welcher diese in der ersten Zeit nach ihrer Ankunft in Deutschland im Rahmen der vorläufigen Unterbringung gemeinsam untergebracht werden. Dieses von der Hessischen Landesregierung in Kooperation mit dem Landkreis Gießen und der Landsmannschaft der Deutschen in Russland (LMdR) begonnene Modellprojekt hat sich inzwischen zu einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte entwickelt. Um sich einen Eindruck vom aktuellen Sachstand zu verschaffen, besuchte der Hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister MdL, gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Willsch, die Gemeinschaftsunterkunft.
Der hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister MdL, und der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch überzeugten sich vor Ort in der Gemeinschaftsunterkunft in Lich von den Vorteilen des Konzepts einer gemeinNach der Begrüßung durch eine Vertretung des Sozialdezernats des Landkreises Gießen stand insbesondere der persönliche Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im Mittelpunkt. Der Landkreis Gießen stellt die Gemeinschaftsunterkunft für die Unterbringung der Spätaussiedler zur Verfügung, während die Landsmannschaft der Deutschen in Russland eine Ansprechperson für alle Fragen des Ankommens im Alltag stellt. Bewohnerinnen und Bewohner berichteten besonders von den Hürden in Russland bei der Aussiedlung, der Zeit des Ankommens in Deutschland sowie den jeweiligen Plänen zur beruflichen Entwicklung. Ein kurzer Rundgang durch die Liegenschaft war natürlich auch Teil des Programms. Die Unterkunft bietet Platz für bis zu 50 Personen, welche hier nach ihrer Ankunft in Deutschland gleich von Beginn an bedarfsgerecht betreut werden. Dabei wurde das auf individueller Beratung basierende Konzept stetig weiterentwickelt. Mittlerweile umfasst es neben der Unterstützung bei Behördengängen zudem auch erweiterte Sprachkurse und Hilfestellung bei der Wohnungssuche. Aktuell kommt dies 39 Spätaussiedlern zugute, die derzeit in der Gemeinschaftsunterkunft leben.
GELUNGENE AUFNAHME ALS GRUNDLAGE EINER ERFOLGREICHN EINGLIEDERUNG
Am 2. September war das Gesetz über die Aufnahme und Unterbringung von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern durch einstimmigen Beschluss des Hessischen Landtags geändert worden. Darin ist ausdrücklich vorgesehen, dass die vorläufige Unterbringung von Spätaussiedlern nach ihrer Ankunft möglichst gemeinsam erfolgen soll. „Dies ist der Hessischen Landesregierung ein wichtiges Anliegen, denn eine gelungene Aufnahme ist die Grundlage für eine erfolgreiche Eingliederung. Einmal mehr konnten wir uns bei unserem Besuch von den Vorteilen eines solchen Ansatzes überzeugen“, erklärte Landesbeauftragter Hofmeister. Zudem habe er während des persönlichen Austauschs mit den Bewohnern Menschen erlebt, die motiviert sind und sich hier etwas aufbauen wollen. „Für sie war die Aussiedlung sicherlich ein Weg ins Ungewisse, doch wir werden sie dabei unterstützen.“
VORBILDFUNKTION FÜR WEITERE STANDORTE
„Die Spätaussiedlung ist für die Betroffenen ein großer Umbruch. Damit sie ihr Leben hier in Deutschland, im Land der Väter, erfolgreich weitergestalten können, braucht es Unterstützung und Gemeinschaft vor Ort. Allein kann dies schwer zu bewerkstelligen sein, nach den Rückmeldungen der Bewohner halte ich Gemeinschaftsunterkünfte wie diese für den richtigen Weg“, stellte Klaus-Peter Willsch zudem fest. „Hier in Lich können wir in der Praxis sehen, dass das Konzept der gemeinsamen Unterbringung von Spätaussiedlern bestens funktioniert“, führte Hofmeister weiter aus. „Dies setzt Maßstäbe für die Willkommenskultur gegenüber Spätaussiedlern. Das hiesige Modellprojekt soll daher erst der Anfang sein und zum Vorbild auch für andere Standorte werden.“ Im Rahmen seiner Funktion als Landesbeauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler besucht er die Gemeinschaftsunterkunft in Lich daher regelmäßig, um deren weitere Entwicklung eng zu begleiten. Zuletzt hatte er auch eine von der LMdR für die Bewohner organisierte Fahrt in den Hessenpark unterstützt, welche durch das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz gefördert worden war.